Bio-Baumwolle macht glücklich

   |   Apparel, Blog

Eine gewagte These? Mal sehen, wie Du nach diesem Artikel denkst. Du erfährst etwas über die Arten von Baumwolle, über die Probleme beim Anbau, die Auswirkung auf die Umwelt und über die Bauern, die die Baumwolle anbauen. Vor Allem erfährst Du weshalb Du beim Kauf darauf achten solltest, Bio-Baumwolle zu kaufen. Um diesen letzten Punkt etwas zu spoilern: Deiner Gesundheit wegen und der aller Anderen. Ganz zum Schluss erfährst Du, weshalb Bio-Baumwolle glücklich machen kann.

Welche Arten von Baumwolle kann man kaufen?

Nur mal kurz als Einführung: die Textilindustrie ist zweitgrößter Umweltverschmutzer der Welt. Nur von der Erdölindustrie wird sie noch übertroffen. Dabei spielt Baumwolle und deren Produktion eine große Rolle. Denn in 50% aller Kleidungsstücke ist Baumwolle enthalten. In Deutschland werden nur Chemiefasern noch öfters verwendet.

Es gibt 51 Arten von Baumwolle aber nur 4 davon sind zur Herstellung von Textilien geeignet. Deren größte Produzenten sind Indien, China und die USA. Man kann sie in drei Kategorien von Baumwolle einteilen, die man kaufen kann:

  • GMO Baumwolle: genetisch modifiziert, beim Anbau werden Pestizide und Düngemittel verwendet
  • Sustainable Cotton: nicht genetisch modifiziert. Es werden geringe Mengen von Pestizide und Düngemittel angebaut.
  • Organic Cotton: Weder Gentechnik, noch Pestizide oder Düngemittel kommen zum Einsatz. (Diese Form findest Du zum Beispiel in den Produkten von MENS APERTA)

Nun gibt es bei der Produktion so viele Probleme wie Arten von Baumwolle und man weiß gar nicht an welcher Stelle anfangen und wo aufhören. Damit das Ganze halbwegs kurz und prägnant bleibt:

Probleme beim Anbau

Im Jahr 2014 waren fast 70% der weltweiten angebauten Baumwolle genverändert. Das ist ein Problem aus verschiedensten Gründen. Zum Beispiel, weil man extrem viel Dünger braucht, damit die Baumwolle überhaupt wächst, was wiederum die Böden nachhaltig zerstört. Flächenfraß gibt es auf der Welt nicht nur weil viel gebaut wird, sondern vor Allem auch deshalb, weil Böden so stark ausgebeutet werden, dass im Anschluss nichts mehr darauf wächst. Gesunder Humus wird zu einer raren Ressource, die absolut notwendig ist, um unser Essen darauf anzupflanzen. Außerdem braucht der Anbau jede Menge Wasser. Wasser, das weltweit zum Trinken gebraucht wird. Denn nur noch ungefähr 3% der weltweiten Wasserressourcen sind so sauber, dass man es ohne Gefährdung der Gesundheit trinken kann. Genau dieses Wasser nutzt man jedoch um Baumwollfelder zu wässern, da man sie in Regionen anbaut, wo sie nicht natürlich wachsen würde. Überdies wächst sie durch den vielen Dünger so schnell, dass sie nun mal wesentlich mehr Wasser braucht wie unter normalen Bedingungen. Durch den vielen Dünger verseucht man das Wasser so stark, dass es im Anschluss nicht mehr verwendet werden kann, aber trotzdem kommt es in den Kreislauf wie Flüsse und das Grundwasser.

Und dann sind da noch die ganzen Pestizide um die genveränderte Baumwolle vor Schädlingen zu schützen, vor denen sie sich selber nicht mehr wehren kann. Das tötet sowohl sehr wichtige Insekten, wie zum Beispiel Bienen, die wir zum Überleben brauchen. Zudem bleiben die Pestizide auch in dieser Baumwolle und wir tragen sie am Ende auf der Haut, da sie nicht wasserlöslich sind und daher auch nicht weggewaschen werden können. Die Bauern vergiften sich damit, sowohl beim Ausbringen, als auch beim Ernten und am Ende ist das Ganze auch noch im Wasser der Flüsse und im Grundwasser.

Auswirkung auf die Bauern

Wie sich die Pestizide auf die Bauern auswirkt, die direkten Kontakt zu den Pestiziden haben, sollte selbsterklärend sein. Doch die Bauern trifft noch etwas anderes. Vor Allem Kleinbauern und ihre Familien haben bislang vom Anbau von Baumwolle gelebt. Mit großen Industrieanlagen zur Produktion von Baumwolle wie sie z.B. in den USA verwendet werden, werden die Preise so stark gedrückt, dass die Kleinbauern keine Möglichkeit mehr haben, ihren Lebensunterhalt mit dem Anbau von Baumwolle zu verdienen. Das führt zu Verarmung. Eine Folgeauswirkung hiervon ist zum Beispiel die Flucht in Gegenden, in denen mehr verdient werden kann, wie z.B. Europa.

Warum Du darauf achten solltest, was Du kaufst

Eine mögliche Lösung für diese Probleme und all diejenigen, die hier nicht aufgezählt wurden: kaufe Bio-Baumwolle (Organic-Cotton). Leider ist nur 1% der weltweit produzierten Baumwolle aus ökologisch nachhaltigem Anbau. Selbst wenn es mehr wäre, ist es nicht die Lösung für all unsere Probleme, aber es ist ein Anfang und ein Schritt in die richtige Richtung.

Um weitestgehend sicher zu sein, dass Du tatsächlich Bio-Baumwolle in der Hand hältst, sind Zertifikate, deren Label in der Kleidung sein sollte. Das größte Label ist GOTS (Global Organic Textile Standard). Ein anderes ist IVN (Internationalen Verband der Naturtextilwirtschaft e. V.). Diese Zertifizierungsstellen setzten internationale Standards für Umwelt- und Sozialverträglichkeit und überprüfen die Einhaltung dieser. Mit Sicherheit gibt es auch hier Schwarze Schafe die durch das Netz fallen. Aber wer gar nicht erst versucht, auf die Zertifizierungssiegel zu achten, kann sich sicher sein, dass er auf jeden Fall die „falsche“ Seite unterstützt.

Bauern werden besser bezahlt, Böden werden erhalten und geschützt, Bienen bleiben am Leben und sorgen weiterhin dafür, dass wir etwas zum Essen bekommen, die Biodiversität wird geschützt und das verbleibende Trinkwasser wird geschützt und Du nimmst keine Giftstoffe durch das Tragen eines T-Shirts auf. Jede Menge positiver Gründe um sich für Bio-Baumwolle zu entscheiden.

Aber warum sollte uns das nun glücklich machen? „Geben ist seliger als nehmen“. Du gibst Bauern eine Zukunft, Du gibst der Natur eine Chance, Du gibst Dir selber Gesundheit und vor Allem übernimmst Du Verantwortung für Dein Handeln. Denk einmal darüber nach und Du wirst spüren, wie das Glück in Dir aufsteigt.

In diesem Sinne wünsche ich Dir alles Glück der Welt und uns allen eine glückliche Zukunft.

Tobias von MENS APERTA

 

Was ist Organic Cotton

Share this post